Von älteren Damen, Bambus und drei Hunden…

…denn dass sind einige der dominantesten Erinnerungen. Aber ich fange lieber mal von vorne an.

Der Flug war viel entspannter als ich dachte – fürs Umsteigen hatte ich auch genug Zeit – nur die Landungen machen mir noch etwas zu schaffen!
Für die lange Flugstrecke zwischen London und Narita, saß ich neben zwei älteren (50), japanischen Damen. Aus einem Mix zwischen gebrochenen Englisch und Japanisch haben wir uns dann zu beidseitiger Erfreuung ein bisschen unterhalten und Schokolade geteilt 😛
Das Essen war übrigens auch ganz in Ordnung~ dafür das es Flugzeugessen war und man bekommt auch genug zu trinken. Mir wurde während der Schlafenszeit was von einem Flugbegleiter untergejubelt. Zumindest stand da ein Glas Wasser als ich aufwachte.
Es ist übrigens keine gute Idee für Menschen die nahe am Wasser gebaut sind (also ich) einen dramatischen Film zu sehen. Ich hatte mich aus purer Langeweile und weil ich die Musik so mag für den Herrn der Ringe III entschieden. Am Ende hatte ich wirklich zu tun meine Nachbarn nicht voll zu flennen.
Das war es auch schonvom Flug…

Kommen wir zu dem Teil zwischen Flug und Gastfamilie…

Nachdem meine neurotischen „mein-Koffer-ist-bestimmt-verloren-gegangen-Ängste“ mit Erscheinen meines Koffers beruhigt wurden, begab ich mich durch die sanften Kontrollen nach draußen, um dort von meinem Abholservice in Empfang genommen zu werden. Die nette Dame hat noch ein bisschen mit mir auf Japanisch geschnackt, verschwand kurz um ein Busticket zu erwerben und kehrte dann zurück um wieder mit mir zu schnacken, bis der Bus eintreffen würde. In den wurde ich dann gesetzt, um bis zur Tama-Plaza-Bus-Station zu fahren. Die Fahrt habe ich genutzt um mit  meine neue Umgebung angesehen. Dabei bin ich auf den, in der Überschrift erwähnten, Bambus gestoßen. Ich finde Garten- und Baumärkte geben ein völlig falsches Bild von diesen grünen Stangen ab! Irgendwie dachte ich immer, die sind so klein…oder hauptsächlich so klein…und da steht während meiner Busfahrt so ein Bambuswald (liebe Zuhause-Verbliebenen: es war wirklich ein WALD) und ich krieg den Mund nicht mehr zu. Bei nächster Gelegenheit muss das näher untersucht werden! Sonst kann ich nur sagen, dass Tokyo eine beeindruckende Stadt ist – nicht unbedingt schön – aber auf alle Fälle beeindruckend.
Am Tama-Plaza eingetroffen bin ich erstmal aus dem Bus gekullert und habe auf meine Gastmutter gewartet.
Mit ein bisschen Verspätung ist diese dann auch eingetroffen, hat mich aufgesammelt und wir sind mit dem Zug und dann ein kurzes Stück mit dem Taxi weiter getuckelt…
In meiner neuen Nachbarschaft ist alles recht verwinkelt.

Von außen wirkt das Haus erstmal total grußelig, da außen so eine Blechfassade ist. Drinnen ist aber ok – anheimelndes Chaos.
Als erstes habe ich dann M-chan, meine Gastschwester kennen gelernt. Sehr niedlich, auch wenn wir erst später am Abend miteinander warm geworden sind.
Okaa-san (so darf ich meine Gastmama nennen, was auch nichts anderes als Mama heist :3) hat mir dann mein Zimmer gezeigt.
Für mich war dieses ein absoluter Grund im Kreis zu springen (innerlich, äußerlich war ich dafür zu müde) und ein Rand zu schlagen (wieder nur innerlich, äußerlich kann ich das gar nicht…). Mein Zimmer ist ein Washitsu, d.h. es ist ein traditionelles, japanisches Zimmer! Mit Tatami-Fußboden, Schiebetüren und papierbespannten, verschiebbaren „Fenster-Türen“. Außenrum sind natürlich auch noch normale Wände… Danach gings erstmal weiter mit der Hausführung ~ wo mir mein Gastbruder dann lediglich in Unterhosen entgangen kam, *lach* wir haben den Moment beide gut überstanden.
Das Bad ist übrigens auch typisch japanisch – mehr dazu gibt’s aber später.

Den Abend hab ich dann mit am Esstisch gesessen~ hab mit Mana und Chii oder der Gastmama (Chii kam dann später :3 auch eine Gastschwester) ein bisschen geplaudert und nebenbei japanisches Fernsehen betrachtet. Die japanische Werbung ist eindeutig cooler! Auch merkwürdiger, bunter und psychodelischer aber cooler!

Was die drei Hunde angeht, da hab ich erstmal nur Hiro kennengelernt. Er ist der 13jährige Labrador. Wir verstanden uns auf anhieb gut – er kam ab und zu mal vorbei und hat sich hinter den Ohren kraulen lassen. Die anderen Hunde kamen erst später. In der Zwischenzeit habe ich aber feststellen dürfen, dass es noch mehr Tiere im Haushalt gibt. Einen Vogel namens Chokoro, der seinen eigenen Namen auch piepsen kann, und drei Schildkröten, bis jetzt ohne Namen.

Der Gastpapa kam so gegen 8:00 Uhr nach Hause~ mit beiden Hunden im Schlepptau. Der Dackel (Haku) ist einfach nur niedlich und Boss, die deutsche Dogge ist…ruhig, freundlich und hat mich nur kurz zur Kenntnis genommen und ist dann gegangen. Wobei ich auch hier noch mal die Möglichkeit hatte, mich mit ausgiebigem Ohrenkraulen beliebt zu machen. Der Gastpapa hat dann noch was gegessen, wir haben nebenbei noch ein bisschen Tränen anrührendes Fernsehen geschaut und geplaudert. Otou-san (ich nenn ihn jetzt mal einfach so~ für alle Nicht-Japanologen: die japanische Bezeichnung für Vater) ist super entspannt drauf und Architekt. Er arbeitet an der Umgestaltung von alten Gebäuden.

Ich bin dann irgendwann auf meinen Futon (japanisches Traditionelles Bett) gekrochen und wohl auch gleich eingeschlafen~ weil ich habe nichts mehr mitbekommen.

Heute morgen gegen 6 Uhr bin ich dann aufgewacht….nicht in der Lage noch mal einzuschlafen, hab ich mich ans Verfassen des obigen Eintrages gesetzt 🙂

Habs euch lieb~ da Rumi

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2 Kommentare zu “Von älteren Damen, Bambus und drei Hunden…

  1. Anonym sagt:

    Toll – freu mich, dass es Dir gut geht

    Liebe Uli,
    bin von Deinen Berichten beeindruckt.
    Genieße Deine Eindrücke.

    Hab Dich leib.

    Deine Mutsch

  2. Anonym sagt:

    Waah, die Uli ist wirklioch in Japan!! Sorry, ich bin immernoch dabei das zu realisieren XD°°°

    Hach, du bist so tapfer! Ich an deiner Stelle hätte Rotz und Wasser geheult.. Du packst das 🙂
    Hast du dich gut eingefunden bei der Familie? Scheinen ja recht nett zu sein. Ein wenig verpeilt(?) und eigenartig aber nett 😀
    Sie sollen sich bloß gut um dich kümmern-

    Und, was mich brennend interessiert, wie klappts mit der verständigung?? Du meintest immer zu mir, dein Japanisch sei nicht so gut, total eingestaubt bla blaö~ Un nu schreibst du „Wir haben dann noch ein bisschen geschnackt“?? XD

    Sou, werd jetzt schnell den neusten Eintrag lesen 😉

    Stalker-GuBi

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