Sô desu, sô desu, yô desu…

…ne?

Alles verstanden was im Titel steht? Nein? Keine Sorge auch ich komme damit regelmäßig durcheinander und dabei bekomme ich es jetzt zum zweiten Mal unterrichtet. Asche auf mein Haupt.

Lassen wir aber mal die schulischen Lektionen sein, die interessieren den Großteil von euch wahrscheinlich eh nicht. Bei Interesse darf auch gerne noch mal nachgehakt werden, aber ich warne hiermit (vor Zeugen) vor größtmöglicher Langeweile.

Der Unterricht ist übrigens gar nicht langweilig. Zurzeit habe ich 4 Lehrer – die sich immer abwechseln. Und alle sind echt gut drauf. Wir nehmen uns auch mal die Zeit um ein bisschen zu schnacken oder dergleichen. Gelacht wird auf alle Fälle viel.

Die Grammatik hatte ich zwar schon mal, aber da ich die eh vergessen habe, ist mir diese Wiederholung sehr willkommen.

Kommen wir nun zu den wirklich wichtigen Dingen: Ich war unterwegs!

Erstmal bin ich am Freitag nach der Schule in einen grooooßen Buchladen gegangen (6 Stockwerke) und habe mir dort ein neues Buch besorgt. „Im Zeichen der Lilie“ habe ich nämlich schon ausgelesen und da brauchte ich einfach was Neues! Im 6.ten Stockwerk gab’s glücklicher Weise auch englische Bücher, so dass ich hier nicht vor mich hin schmachten musste. Nach einer kurzen, unverständlichen Diskussion mit der Verkäufern über den ersten Band der Sherlock Holmes Reihe, der leider nicht mehr da war, habe ich mich dann für „Ayla and the Clan of the Cave Bear“ (zu gut deutsch: Ayla und der Clan des Bären) entschieden. Ich hab den zweiten und letzten Band schon auf Deutsch zu Hause stehen, mochte den ersten auf Deutsch auch sehr und dachte mir „Na jut, warum nicht mal auf Englisch?“

Ich habe mir auch ein Buch auf Japanisch, mit japanischen Kurzgeschichten geholt. Laut meiner Gastschwester sind das wohl voll gruselige Geschichten. Mit Pulsader aufschneiden und so was. Ich les gerade erstmal Ayla, danach setze ich mich an das japanische Buch. Mal schauen wie weit ich damit komme.

Am Samstag war ich dann mit meiner Gastmama in Asakusa. Dort war ich dann im Tempel beten. Zumindest glaube, ich das es ein Tempel war.


Das Eingangstor


Das große Tor vorm Tempel

Eine Pagode

Da der Tempel gerade rekonstruiert wird und hübsch hinter Gerüsten und Planen versteckt ist, gibt es davon keine Fotos.

Ein Tempelbesuch läuft folgender Maßen ab~

Als erstes „wäscht“ man sich mit Weihrauch. Ich nehme an, damit wird die Seele gereinigt. Dann geht man zu einem Wasserbecken mit Schöpfkellen. Dort wäscht man sich die Hände und spült auch den Mund aus (möglichst ohne die Schöpfkelle zu berühren) und fertig ist man. Wobei es auch hier eine Reihenfolge gibt, welche Hand man zuerst waschen sollte und so weiter. Dann geht’s die Treppen hoch zum ersten „Bet-Punkt“ dort wirft man ein bisschen Kleingeld rein klatscht kurz und betet dann. Dann geht’s weiter vor eine große, goldene Statuen-Ansammlung. Dort wirft man noch mal Geld rein und betet noch mal. Alle ganz neugierigen, können auch ein „Mikoji“ machen. Das ist so einer Art Zukunftsvorhersage für die Wünsche. Bei mir sah es nicht ganz so toll aus, also habe ich meinen an eine Stange gebunden, damit die schlechten Wünsche fort geweht werden.


Straßenansicht von Asakusa

Auf dem Weg zum Tempel geht man durch so eine Art lange Halle durch in der rechts und links sehr viele Läden sind. Mit Touristennippes, Essen, Kimonos und Perücken. Es gibt sehr viele Dinge. Hab dann mit meiner Gastmama ein Crash-Eis gegessen. War sehr lecker. Und dann sind wir noch ein bisschen durch Asakusa spaziert. Ich habe dann auch zum ersten Mal Ramen gegessen. Davon kann ich auch ein Foto präsentieren!

War lecker. Aber richtig schlürfen kann ich immer noch nicht.

Heute (also Sonntag) ist übrigens Wasch und Putztag. Mal sehen, wann die Wäsche trocken ist. Zum Mittag essen gab es heute kalte Soba-Nudeln  (mit Eiswürfeln) – bei der Wärme ist das sehr erfrischend. Ein bisschen lernen muss ich auch noch, die Hausaufgaben sind Gott sei Dank schon gemacht. Naja, und ein bisschen Staubsaugen wollte ich ja auch noch und das wo ich gerade so dösig bin.

Ich werde jetzt erstmal noch ein wenig lesen und den Abend erwarten. Ich bin gespannt ob heute wieder „meine“ Eidechse am Fenster klebt. Bis jetzt war sie jede Nacht da. Ich mag sie irgendwie sie gerne. Von der Unterseite schaut sie zumindest recht knuffig aus.

Morgen plane ich übrigens einen Hundert-Yen-Shop (= 1€ Shop) zu besuchen. Mal schaun was es dort so alles gibt.

Ich lasse bald wieder von mir hören~

Rumi

Ach noch was:

* Ich hab am Freitag mein erstes Erdbeben miterlebt. War nur ein leichtes und ging vielleicht an die 30 Sekunden. Irgendwie kann ich gar nicht beschreiben, wie das nun genau ist – aber auf alle Fälle ist es merkwürdig wenn alles mit dir wackelt. Da man aber selber mitwackelt, fällt einem das, besonders wenn man sitzt, jedoch gar nicht so wirklich auf.

* Diese große Insekten von einem der vorigen Einträge heißen übrigens Semi. Sind so eine Art Zikaden.

* Auf meinem Nachhauseweg wurde mir von einem Mitausländer zugenickt ~ wir Ausländer müssen eben zusammen halten *grins*.

Beantwortung von Fragen im Kommentar

„Waah, die Uli ist wirklioch in Japan!! Sorry, ich bin immernoch dabei das zu realisieren XD°°°“
>>> Oh, keine Sorge, ich hab es auch noch nicht realisiert.

„Hast du dich gut eingefunden bei der Familie? Scheinen ja recht nett zu sein. Ein wenig verpeilt(?)…“
>>> Ja hab ich soweit – aber eine Woche ist mir noch zu früh um endgültiges zu sagen ^^ geduldet euch also noch ein wenig. Wenn übrigens einer verpeilt ist, dann ich… u_u

„Und, was mich brennend interessiert, wie klappt es mit der Verständigung??“
>>> Soweit ganz gut, aber sind halt keine vollständigen Sätze, mein Ausdrucksvermögen leidet im Japanischen ganz schön. Des weiteren fallen mir manchmal Wörter nicht ein, oder ich kenne die gar nicht und verstehen ist auch manchmal schwer weil die so schnell reden. Geht aber trotzdem alles irgendwie. Auch wenn beim schnacken meine Ausdrucksweise der einer Fünfjährigen gleicht…

„Hm, kommt mir gerad in den Sinn: Riecht die Luft in Japan anders…?“
>>> Öhm, interesante Frage. Ich habe gerade keine Vergleichsluft hier, also bin ich mir nicht sicher. Aber ich denke schon das es Berlin ähnlich ist. Sind ja beides Großstädte.


„Wieviel Grad sind denn so ungefähr am Tag?“
>>> Auch hier wieder eine gute Frage. Das wechselt immer. Heute könnten es so um die 25 Grad sein, wenn man nicht gerade in der vollen Sonne steht. Es gibt aber auch Tage da sind zwischen 10 und 15 Grad.

Leider ist mein Einschätzungsvermögen für Temperaturen nicht so toll. Also sind alle angaben ohne Gewähr.
Laut Reiseführer ist der August der wärmste Monat mit bis zu 30 Grad. Aber es könnten auch mehr sein. Des weiteren sollte man nicht vergessen, dass es hier sehr humid ist – sich damit alles also noch wärmer anfühlt.

„Was bedeutet deine Einstufung eigentlich? Dass du fortgeschritten oder noch in der Anfangsphase bist..?“
>>> Oh ich bin ungefähr da wo ich war, als in der Uni mein 2tes Jahr beendet habe. Ich nehme an ich bin in der Mitte. An meiner Schule gibt es mehrere Gruppen.

„Aber darfst du das Shampoo deiner Gastfamilie denn nicht mitbenutzen..?“

>>> Nö, dafür das Waschmittel *grins*

„Hast du schon etwas geeignetes gefunden, das du mir mitbringen kannst?“
>>> Leider noch nicht – Geschenke werden erst in den letzten zwei Wochen geholt, außer ich finde was ganz tolles ^^

„Pass ja auf dich auf, aye?“
>>> Aye~

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2 Kommentare zu “Sô desu, sô desu, yô desu…

  1. Anonym sagt:

    Danke fürs Beantworten der vielen (doofen) Fragen XD

    Öhm, ich zähle wohl zu denjenigen, die den Titel nicht verstehen…Werde dich jetzt aber auch nicht nötigen, mir das übers I-net zu erklären ^^°° Ich tu mich mit Grammatik ziemlich schwer.

    Cool, du warst unterwegs?! Ganz allein? Ich hätte Angst, mich hoffnungslos zu verlaufen Ö.Ö Das hab ich in der letzten Woche zwei Mal geschafft! Und das in Berlin >.>
    Hoffentlih kommst du mal nach Harajuku oder Akiba und siehst ein paar Cosplayer *~*

    Wow, beten in einem echten, wunderschönen Tempel…Ein Traum. Danke für die Beschreibung, hört sich ein bisschen wie in Rays Tempel aus Sailor Moon an XD

    Ramen~ Schmecken die eig wie die Ramen im Makoto..?

    Aaaw, die Eidechse ist ja goldig *.* Du musst ihr noch einen Namen geben *nod*

    Cu~ GuBi

  2. Ramen schlürfen ist glaub ich auch einen Kunst für sich. Ich übe immer ganz fleißig aber trotzdem verbrenn ich mir die Zunge und o ganz will es mir nicht gelingen.

    Solange die Echse nicht irgendwann auf deinem Bett sitzt 😀
    Sind dir denn schon Kakerlaken über den Weg gelaufen?

    Ich glaube das der Ausländer dir zugenickt hat, ist ein ganz seltsames, aber immer wieder vorkommendes Phänomen. Das ist so eine Reflexreaktion. „Gleichgesinnter -> Kontaktaufnahme“

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