In einer Woche…

…kann man viel erleben! Hätte ich selber ja nie gedacht, aber sehr zu meiner Freude war diese Woche ausnehmend viel los.

 Damit ich nicht so durcheinander komme (und ihr auch nicht) gehe ich mal einfach der Reihe nach.

Fangen wir mit dem Sonntag an!

 Also am letzten Sonntag bin ich gegen Mittag mit meinem Gastvater und M-chan (Gastschwester) und Boss (Deutsche Dogge) mit dem Auto Richtung Shibuya los getuckert. Der erste Haltepunkt war der Yoyogi-Park. Er ist sehr, sehr groß~ ich glaube ich habe nur einen Bruchteil gesehen.

Am Wochenende ist der Park übrigens sehr gut besucht. Die Besucher denen wir begegnet sind, waren meistens von Boss begeistert. Um uns herum folgten Ausrufe wie: „Ookii“, „Kawaii“, „Sugoi“ – was soviel wie groß, niedlich und cool bedeutet. Wir standen immer fein im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Für die Hunde gibt es im Park einen extra eingezäunten Bereich, noch mal mit einer Unterteilung für kleine (bis 5 oder 10 Kilo glaube ich) und große Hunde~ Gastpapa hat Boss nicht mit zu den großen Hunden gelassen, weil er einfach viel größer als der Rest ist. Stattdessen ist er mit Boss durch den Park geradelt. Ich hab während dessen mit M-chan Ball gespielt. das war auch sehr angenehm.

Und ja liebe Eltern und Bekannte ~ ich habe mich sportlich betätigt!

Als Gastpaps dann wieder da war, hat er mit Boss für die Hundeschau trainiert. Da soll es nämlich als nächstes für Boss hingehen. Also hieß es für 15 Minuten im Kreis laufen, stehen, im Kreis laufen, stehen… Ich hab da Gott sei Dank nicht soviel Ahnung von M-chan hat mich wieder zum Ball spielen „gezwungen“.

Danach sind wir dann nach Harajuku gelaufen (das ist gleich um die Ecke) um für Tou-san (Gastvati) noch Accessoires für den Konzertauftritt zu besorgen. Lederarmbänder und Halsbänder mit Nieten und Stacheln~

Da wir noch was fürs Kostüm braucht sind wir dann noch schnell ins Tokyu Hands (in Shibuya) getuckert und haben dort Leim geholt.

Während des ganzen Shoppens und Laufens und Stehenbleibens ist es inzwischen auch schon dunkel geworden~ und wir haben uns auf den Heimweg gemacht.

Da wir noch was fürs Kostüm vergessen hatten – einen schwarzen Edding – bin ich am Montag dann nach der Schule noch mal ins Daiso in Harajuku gefahren. Bevor ich das allerdings umgesetzt habe, bin ich mit Eunhye direkt nach dem Unterricht erstmal in einen Konbini (Supermarkt ähnliche, 24 Stunden geöffnet) um was zu essen zu holen. Da wir beide in unterschiedliche Richtungen mussten haben wir uns vor die Schule gesetzt und dort gegessen. Während wir gemütlich vor uns hinmümmelten kam ein alter Japaner zu uns und fragte nach dem Weg. >>Was zur Hölle?<< war mein Gedanke~ Eunhye sieht ja wenigstens Japanisch aus, aber ich?

Gott sei Dank kam uns unser Kanrinin-san (Hausmeister) zu Hilfe. Um noch mal kurz was auf einer Karte nach zu sehen (er war sich wohl auch nicht so sicher) ist er noch mal schnell ins Gebäude verschwunden. Diese 5 Minuten nutzte unser „Opalein“ um noch mit uns zu plaudern. Die erste Frage an mich war „Bist du Amerikanerin?“ das habe ich natürlich verneint und erstmal erklärt, dass ich ja aus Deutschland komme. Auf einmal haut mir der Opa ein „Guten Morgen, junge Frau“ an den Kopf. Mal abgesehen davon, dass es schon nach Mittag war ~ war ich doch sehr überrascht. Der gute Mann hat in der Schule (oder an der Uni) Deutsch gelernt und konnte noch ein paar Bröckchen. Bevor ich mehr rausbekommen konnte kam unser Hausmeister wieder und jeder zog seiner Wege. Natürlich nicht ohne vorher noch mal ordentlich Danke und Bitte zu sagen.

Soviel zum Montag ~ der Dienstag selbst war entspannend. Ich hab die Zeit ausnahmsweise mal zum lernen genutzt. Naja, und ich hab im Internet Anime geschaut~ man vergebe mir.

Mittwoch war dann wieder eher hektisch. In der Schule hatte ich einen Test mit schriftlichem Teil, Hören und Interview. Danach bin ich mit Ron, Gewn und Arai-sensei (eine unserer Lehrerinnen) zum Essen gegangen. Arai-sensei hatte eigentlich einen freien Tag, aber unserer Bitte ob sie nicht am Mittwoch nach dem Test mit uns Essen und zum Karaoke wolle, hat sie zugestimmt und ist tatsächlich gekommen! Nach dem Essen haben wir noch Araki-sensei aufgesammelt. Die musste erstmal unsere Arbeiten kontrollieren~ ist aber schneller fertig geworden als wir dachten. Danach sind wir zusammen zum Karaoke gegangen.

 *** Karaoke in Japan: Man hat sein eigenes kleines Zimmer, welches fast vollständig von einer Sitzbank inklusive Tisch ausgefüllt wird und einen großen Fernseher, auf welchem die Texte und Melodien zum Mitsingen laufen***

Dort habe ich meine Lehrer erstmal in Entzücken versetzt~ weil ich diese ganzen alten Schlager konnte – meinen Uni-Lehrer sei Dank. Zwei Stunden hat unser Geträller angehalten und es war einfach genial. Ich mag Karaoke~ und meine Lehrer…

Danach bin ich mit Ron erstmal noch in einer Bar gegangen. Wo ich, wie sollte es anders sein, Cola getrunken habe. Wir haben uns gut über alles mögliche Unterhalten. War sehr angenehm und lustig. Ich bin dann schon früher gegangen, damit sich meine Gastfamilie nicht unnötig sorgt.

Donnerstag ist der wohl der Tag, an dem am meisten los war. Ich habe erstmal von einem Lehrer (Okuyama) ein Bild gezeichnet bekommen. Und zwar von „Lupin III“ ! Ich finde schon, dass ich sehr tolle Lehrer erwischt habe. Danach hab ich mit Anja (Kommilitonin) getroffen und wir sind ein bisschen spazieren gegangen und haben noch ein Käffchen getrunken (na gut bei mir war’s eine Schokolade). Wir haben uns ein bisschen über Japan ausgetauscht und ein neuer Termin zum treffen ist auch schon ausgemacht.

An meinem Bahnhof bin ich erstmal in den daneben gelegenen DvD-Verleih gegangen und hab mir ein paar Filme besorgt. Unter anderem Ponyo~ dem neusten Ghibli Film (Chihiro, Totoro, Mononoke, Das Wandelnde Schloss) Den hab ich dann auch gleich mit der ganzen Familie angeschaut. Danach habe ich mit Kou-kun (Gastbruder) über den japanischen Artikel Nr.9 unterhalten. Auf Japanisch. Bis Nachts um eins. Das war stellenweise etwas schwierig aber dennoch interessant. (Und ja ich war schon stolz auf mich, dass ich das hinbekommen habe)

Freitag gab es dann erstmal meinen Test zurück. Die Punkteverteilung war folgende:

Schreiben 79/100 – Hören 10/10 – Interview 8,5/10 à Gesamt macht das 97,5 von 120 Punkten – also ist es gar nicht so schlecht, ne?

Gleich nach der Schule hab ich mich dann mit Yuki getroffen. Wir beide kennen uns schon aus Deutschland und wenn ich schon mal in Japan bin, nehmen wir die Gelegenheit gleich war.

Erstmal sind wir eine Kleinigkeit essen gegangen und haben dabei geplaudert. Das mit dem Plaudern hat sich konsequent gehalten (Stunden, sage ich euch), aber wir haben uns ja auch furchtbar lange nicht gesehen.

Als nächsten Anlaufpunkt hatten wir dann erstmal ein Museum. Im Takeshisa Yumeji Museum, wenn mich nicht alles täuscht.

Dort war gerade eine Ausstellung über frühere Shonenmanga (Manga für Jungen)~ sehr interessant, aber ich durfte feststellen, das die Themen von früher nicht so ganz mein Fall sind. Viel zu viel Sience Fiction und Monster und Krieg und bla~

In der dritten Etage (was bei uns die zweite wäre) gab es wunderschöne Zeichnungen von Takabatake Kasho. Da hab ich mir dann auch mal Postkarten mit seinen Bildermotiven gegönnt~ 100 Yen das Stück.

  Leider sind die wirklich schönen, nicht im Internet zu finden.

Nach dem Museum sind wir dann erstmal zur Todai gelaufen, die gleich um die Ecke lag. Bei der Todai handelt es sich um die Tokyo Daigaku, die Tokyo Universität. Die ist zwar mit ihrem weitläufigen Campus nicht die größte, aber die älteste Uni. Genaugenommen handelt es sich dabei um die Kaiserliche Universität. Dort haben wir uns die beiden Eingangstore angeschaut und sind dann wieder zur Bahn zurück getrabt. Photos gibt es nachträglich.

Am Tag danach habe mich dann mit Mandy verabredet und wir sind zur ihr, in ihren „Hasenstall“ gefahren. „Hasenstall“ nennt man sehr kleinen Wohnungen in Japan. Dort haben wir dann viel geredet und geredet. Zum Mittag gab es Studenten-Okonomiyaki (also Rührei mit viel Kraut). War jut.

Nachmittags hab ich mich dann wieder auf dem Heimweg gemacht. Der Abend selbst war dann doch eher entspannt.

Der Sonntag wurde dann mit ausschlafen (bis 10 Uhr), nähen (das Kostüm für Gastpapas Rockauftritt) und am Abend Film (X2 – X-Men United) schauen verbracht. Nebenbei habe ich natürlich auch noch an dem Eintrag hier gearbeitet~ aber da soviel passiert ist, habe ich doch länger zum verfassen gebraucht als ich dachte.

Nun denn, lasst es euch gut gehen~
Ich genieße die Silverweek (3 Freie Tage) und werde bald wieder bericht erstatten~

Rumi

Beantwortung von Fragen im Kommentar

 

„…haben die in Japan keine Schoki?“

>>> Doch schon, aber in der ist meistens mehr Zucker als Kakaogehalt…ich werde demnächst mal die Bitterschokolade probieren.

 

„Sind dir denn schon Kakerlaken über den Weg gelaufen?“

>>> Jopp, in der Bar wo ich mit Ron war. Da ist eine neben mir an der Wand hoch gelaufen. Ein Angestellter war so nett sie wieder einzufangen. Übrigens haben Kakerlaken nicht unbedingt was mit Unsauberkeit zu tun. Die sind in Japan einfach zu Hause und manchmal verirren die sich einfach.

 

„…kannst du die [Fliegengitter] eigentlich an deinem Fenster anbringen?“

>>> Leider nein, aber auf der einen Seite ist eine Fliegengitter-Schiebetür. Ich hab rechts und Links Schiebetüren/-fenster.

 

„Ui, ist die Eidechse mittlerweile wieder aufgetaucht?“

>>> Jaaa *grins* gestern Abend hat sie mal wieder am Fenster geklebt. Wer weis, vielleicht war sie auf Urlaubsreise oder so.


„1.Ich wollte dem Kuchen eigentlich 2 Rattenschwänze flechten. Wäre dies auch in Ordnung?“

>>> Nur wenn auch gefärbte Strähnchen mit bei sind.

 
„2. Wie ist das so, wenn man durch die Straßen von Japan läuft? Schauen die Dich da alle an?“

>>> Nö, ich falle mit meinen dunklen Haaren gar nicht so sehr auf. manchmal schauen mich Kinder an, aber wirklich oft werde ich nicht angestarrt.


„3. Kommst Du wieder? (Diese Frage stammt von Tinna, denn sie hat angst, dass Du dort bleibst.)“

>>> *lach* ja ich komme wieder. Ich finde Japan ist ein tolles Land, aber keines wo ich die Ewigkeit verbringen möchte.

 

„Sitzt da echt ne Frau an der Haltestelle und glättet sich die Haare?“

>>> Jepp.

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4 Kommentare zu “In einer Woche…

  1. Anonym sagt:

    Tach

    Wie es scheint hast dich gut eingewöhnt und viel Spaß.
    Sowie die Abenteuer wie Erdbeben, Taifune, Japaner im Bahnverkehr und „die fesselnde Thematik wie man richtig eine Nudelsuppe ist“ schon erlebt. Aber was kommt jetzt? Findest du noch neue Herausforderungen?

    Was mich aber wirklich brennend interessiert, laufen japanische Frauen mit Pfennigabsätzen? Oder werden diese durch die permanenten Erdbeben zu Boden gerissen? Wollen sie vielleicht auf diese Weise hilflos wirken um ein männliches Opfer zu finden?
    Verändern sich durch die Erdbeben die U-Bahnlienen? Also weiß man immer wo man aussteigt?

    Bis jetzt sehe keine Texte über Godzilla oder Power Rangers! Sind dir noch nicht über den Weg gelaufen oder gibt es in Japan Informationssperren zu diesen Thema? So das die Wahrheit nicht nach außen dringen kann? Ich hoffe das du Trotz der (möglichen) Zensur durch die herrschende Klasse ich irgendwie eine Antwort erhalten kann.

    Lass die nichts erzählen das die Kakerlaken kein Zeichen von Unreinheit sind, die denken Europäer glauben alles. 😉

    Wurde dir schon etwas Ekliges zu essen vor gesetzt? Sowas gibt es ja bekanntlich in jeden Land* und wird gerne Touristen angeboten, mit einen Lächeln und den Satz: „Es ist ein ganz typisch Essen“.

    Ich hoffe der Beitrag erheitert dich ein wenig.

    Nevs aus Berlin

    P.S.: Pass auf die Eidechse auf nicht dass auf einmal ein Prinz an deinem Fenster klebt.

    P.P.S.: Hast du an deiner Schule „nur“ japanisch Unterricht (also Sprache, Geschichte / Kultur) oder auch andere Fächer?

    *(behauptet Terry Pratchett)

  2. akai_corbie sagt:

    Hiho~

    hach, was freu ick mir für dir, dass deine Familie so nett ist und dass so in Nihon gut klar kommst. Hab aber auch gar nichts anderes von meinem Rumilein erwartet (^_~).
    So und nun ein paar Aussagen und Fragen

    1. Oha, du hast auch eine Arai-sensei! Hatte ich auch… obwohl. Bei mir war’s ein Mann, er war etwas durchgeknallt und er wollte mit seinen Schülern nicht zum Karaoke. Tja so sind die Menschen verschieden…
    *japanisches Karaoke vermiss*

    2. Ich fand den Yoyogi-Park nicht so dolle. Am Wochenende lungern da immer so viele komische Typen rum oder ganze Gruppen in Pikachu-Kostümen kommen auf dich zu und wollen dich umarmen *schauder*
    2.1.Haste diese komischen alten Rocker am Eingang gesehen?? XD

    3.*lach* so hast auch du nun ein „seltsamer Opi hat mich angequatscht“-Erlebnis XD aber deiner schien ja trotzdem nicht soo creepy zu sein.

    4. Hach ja, der Daiso… da muss man echt aufpassen nicht zu viel tolle Sachen in den Korb zu packen ^^;

    5. …Nieten…Lederarmbänder…Kostüm…Konzertauftritt?? Spielt dein Gastvater in ner Visu-Band oder was? XD …oder hab ich in den Einträgen zu vor was überlesen (o_O)
    Ich will Fotos sehen 😀
    5.1. btw: war mit Jana auf Mittelaltermarkt. Dort wurde ich von mehreren Schneidern auf das tolle lila Kleid angesprochen und habe Lob kassiert. *lob an dich weiter reich* *100 Pluspunkte fürs Rumi-Ego* ;D

    6. Funzt mein Keitai eigentlich? Kannste es benutzen oder mussteste ne neue Sim-Karte kaufen?

    7. Ein Hoch auf Enka!

    8. Supi Testleistung! (^o^) Weiter so! *hehe*

    Das war’s jetzt erstmal ^^
    Genieße diese „Ferien“ XD
    Corbie~

  3. Anonym sagt:

    ^-^

    Das ist doch was.
    Auf was für ein Konzert geht denn dein Gastpapa?

    Die Testergebnisse sind wirklich gut.
    Aber ich habe nichts anderes erwartet.
    Immer erst meckern und so und am Ende kommt was echt gutes raus XD
    *dich so nur kenn*

    *lach*
    Keine Sorge, wir bringen dir Schokolade mit.
    Gaaaaaaaaaaaanz viel

    Karaoke stelle ich mir da lustig vor.
    Typisch einen jap. Abend verbracht.

    Das erste Bild finde ich gut.

    Ui, der neue Gibli Film.
    Aber ich würde ja doch nichts verstehen ;_;

    Hattest du schon Heimweh?

    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß.

  4. hidek sagt:

    Hi!

    Du warst schon in Schibuya und Harajyuku! Das ist ja cool!

    Oh… auch ich habe ähnliche Erfahrung in Deutschland… Als ich in Deutschland war, wurde ich von einer Deutsche in einem Supermarkt angesprochen. „Wo ist Kaffeedose?“ Haha…Ich bin Ausländer, ja?

    Weißt du? Früher haben viele Japaner an der Uni Deutsch als zweite Fremdsprache gelernt. Deswegen sprechen altere Leute in Japan ein bisschen Deutsch^^.

    Dein Artikel ist immer sehr interessant! Schöne Zeit noch!

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