Zu wenig Zeit…

…und noch soviel zu machen! Nur noch zwei Wochen *schluchz*

Wer übrigens meinen letzten (richtigen) Eintrag gelesen hat, weis ja auf welche Themenschwerpunkte er/sie sich heute so freuen kann oder könnte. Leider musste eine kleine Planänderung folgen. Man vergebe mir. Ich habe festgestellt, dass das Thema Bahn so umfangreich ist, dass ich erstmal nur dieses abarbeiten werde. Die anderen Einträge sind nicht vergessen, aber erstmal verschoben.

Fangen wir mit der Bahn an. Anders als in Deutschland ist die Bahn in Japan fast immer pünktlich. Aber auch hier gibt es Verspätungen und dergleichen. Meistens hat sich dann jemand entschlossen vor den Zug zu springen.

Mit Bahn und Zügen meine ich übrigens den öffentlichen Verkehr in Japan. Der sich aus U-Bahn und so einer Art S-Bahn zusammensetzt. Straßenbahnen gibt es in Tokyo nicht.

Das japanische Zugsystem ist ein bisschen komplexer als das, sagen wir mal Berliner Zugsystem. Während wir in Berlin nur einen Typ S-Bahn auf einer Strecke haben, gibt es in Tokyo mehrere.
Das wäre der „normale Zug“ – hält an jeder Station und braucht ein bisschen länger. Als nächstes gibt es dann den Semi-Express der nur an bestimmten Stationen hält. Der ist natürlich etwas schneller. Da aller guten Dinge drei sind, gibt es noch den Express-Zug. Der stoppt an noch weniger Stationen und ist natürlich…noch schneller.

In vorherigen Einträgen hatte ich ja auch schon mal auf die Rushhour mit zu kleinen Zugwagons und viel zu vielen Menschen hingewiesen. Das habe ich jetzt nicht mehr am Morgen, sondern auf dem Heimweg von der Schule oder wenn ich abends mal länger unterwegs bin und wieder nach Hause mag. Die Bahnen sind Abends immer voll.

Es geht aber auch anders. Zum Beispiel wenn man früh – also gegen 5 Uhr mit der Bahn fährt und das am Wochenende. Dann kommt man sich teilweise wie in einem Horror-Film vor, wo man alleine im Zugwagon sitzt und im nächsten Moment eine Horde Zombies an einem vorbei rennt.
Ich glaube übrigens, dass so ein Zombie bei uns in Miyazakidai ausgestiegen sein muss. Ich habe auf dem Fußboden ein Gebiss rum liegen sehen. Um genauer zu sein falsche Zähne zum Einsetzen. Was sagt mir das? Ich möchte nicht als Bahnhofsangestellter arbeiten. Wer weis was man da sonst noch so findet.

Übrigens stehen ja auch auf dem Gleis immer Bahnhofsangstellte rum. Bei der Rushhour gibt’s aller zwei Zugwagons einen. Die passen auf, dass keiner wieder aus den Türen fällt wenn die Bahn mal wieder voll gestopft ist.

Was ich vorher noch gehört habe, aber selbst nie glauben wollte…
Beim Shinkansen stehen die Schaffner wohl da und sagen „Von da kam er, hier stand er und dahin fuhr er“. Mit entsprechend fließenden Handbewegungen.

Was soll ich euch sagen, das wird nicht nur beim Shinkansen gemacht. Nein auch bei den normalen Strecken stellen sich die Schaffner und zeigen die drei Richtungen an. Sie sagen nichts weiter dazu, aber sie zeigen die Richtungen an. Der Zugführer ist übrigens genauso merkwürdig. Der zeigt immer auf seine Geräte und Anzeigen und nickt. Woher ich das nun wieder weis? In Japan kann man den Leuten beim arbeiten zu Schauen. Die Fenster sind da nicht dunkel verglast sondern durchsichtig!

Wenn ich übrigens dem Zugführer nicht zusehen kann (was eigentlich immer der Fall ist), beobachte ich die anderen Fahrgäste. Beliebte Zeitvertreibe sind neben schlafen, auch Musik hören und mit dem Handy rumspielen. Ich sehe auch immer sehr viele Leute, die ein Buch in der Hand halten. Manche sind zwar drüber eingeschlafen, aber bei den Hypnose-Wellen in der Bahn werfe ich das niemanden vor. Sehr beliebt sind auch Manga (ich habe bis jetzt fast nur Erwachsene damit gesehen) und Handhelds (Spielekonsolen die man in der Hand halten kann z.B. Nindento DS oder die Playstation Portable). Ich selbst daddle auch ab und zu auf meinen NDS rum, wenn ich mich dazu aufgelegt fühle. Oder ich lerne. Was übrigens viele Jugendliche hier machen…lernen in der Bahn.

Was man durchaus für deutsche S-Bahnen übernehmen sollte:
Das Ticketsystem. Es spart unheimlich viel Zeit. Man ist nicht ständig damit beschäftigt am Automaten zu stehen und Tickets zu lösen.
Ich mache das ein oder zweimal~ nehme meine Pasmo-Card (Plastikkarte, es gibt auch andere Firmen…Suica zum Beispiel) und lade die auf.
Wenn ich dann auf das Gleis will, muss man vorher durch einen, ich nenne es in Ermangelung eines besseren Wortes, Ticket-Scan-Schalter. Wer die Leipziger Buchmesse kennt? Ticket in einen Schlitz, das wird durchgezogen und man darf durch das Drehkreuz durch.
In Japan gibt’s das auch, nur das es da Türen sind. Und bei der Pasmo-Card legt man die einfach oben auf ein Scan-Feld. Dann piept es, man sieht wie viel Geld man noch drauf hat und wenn man den Bahnhof verlässt, wird einem der verbrauchte Betrag abgezogen.
Diese Ticket-Scan-Schalter sind nicht so gelegt, dass man nur auf ein Gleis – also in eine Richtung fahren kann. Vielmehr sind sie vor dem Gleisbereich (beide Richtungen eingeschlossen) platziert. Wenn man sich also mal verfährt, geht man einfach aufs andere Gleis und fährt zurück. Abgerechnet wird nur die Strecke zwischen Einsteigen und Aussteigen.

Des weiteren sollten Berliner S-Bahnen unbedingt eine Klimaanlage oder Ventilatoren an der Decke bekommen, das man im Sommer nicht an Hitzschlag kollabiert, wenn in Massen eingeklemmt ist.

Soviel zur japanischen Bahn.

Ich bereite mich jetzt seelisch auf ein anderes Transportmittel vor – den Nachtbus, mit dem ich heute nach Osaka möchte!

Viel Spaß und herbstliche Grüße,
Rumi

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2 Kommentare zu “Zu wenig Zeit…

  1. hidek sagt:

    oh…viele Unterschiede zwischen das japanische und deutsche Bahnsystem… Als ich in Tokio war, konnte ich gar nicht umsteigen XD Ich finde auch gut, dass man in Deutschland mit dem Fahrrad Züge nehmen kann. Fährst du nach Osaka? Oh… Ich wollte auch nach Osaka fahren! Na gut. Besuchst du auch Kyoto? Kyoto ist sehr schön (aber leider nur einige Bezirke in der Stadt sind schön…nicht die ganze Stadt wie Lübeck…). Schöne Zeit in Osaka und vielleicht auch in Kyoto!
    Viele Grüße.

  2. Anonym sagt:

    :3

    *anklopf*

    ich hab den Eintrag durch Zufall gefunden, deine Ausführungen sind alle super interessant *_*

    Bei Fukuzawa bin ich hellhörig geworden, warst du an der FU Berlin? :3

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