Aller Guten Dinge sind drei!

Es folgt eine Sammlung drei kleiner Posts, die für die letzten Tage bestimmt waren – leider hatte ich kein Netz und so war es mir nicht vergönnt, diese vorher hochzuladen.

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Japan – Das Warten hat (k)ein Ende

Geneigter Leser und schiefe Leserin,

nachdem dieses Blog aus verschiedenen Gründen einem recht langen Winterschlaf anheim gefallen ist, habe ich beschlossen einen Aufweck-Versuch zu starten. Damit der Aktion dieses mal etwas mehr Erfolg beschieden ist, werde ich mich auf eher kurze Beiträge spezialisieren 🙂 Dann besteht durchaus die Chance, dass ich zwischen Arbeit und Freizeit zum veröffentlichen mehrere Beiträge komme.

Die jetzige Reise nach Japan verlief recht angenehm und ohne weitere Probleme. Anstrengend war der Flug dennoch ein wenig, aber ich will mich nicht beklagen. Wer nach Japan will, muss eben auch die Reise auf sich nehmen. Dieses Mal bin ich von meiner Heimatstadt über Istanbul nach Osaka (Kansai Flughafen) gereist.

Ein kleiner Schock war die Ankunft – oder besser: Der Einreisebereich. Ich bin es ja gewohnt, in Japan in der Schlange zu stehen. Anstellen ist so eine Art Volkssport und wird nicht nur beim Ticketeinkauf oder Abstauben von Gratissachen betrieben, sondern auch beim Essen gehen (es muss ja unbedingt dieses Restaurant sein) oder Einkaufen (in diesem Bäcker gibt es die besten Kuchen in der ganzen Stadt!). Mit Essen haben es die Japaner ja sowieso irgendwie…Aber ich schweife ab, zurück zu meiner Einreise.

Bis jetzt habe ich meist eine halbe Stunde gebraucht um ein- oder auszureisen. Manchmal sogar weniger. Dieses mal hätte mich beinahe der Schlag getroffen. Eine unglaubliche Menschenmenge stand in einer nicht zu erfassenden Schlange vor mir. Unter anderem Chinesen, Koreaner und ein paar vereinzelte Westler. „Was wollen die alle hier?“ fragte ich mich. Eingereiht in der Schlange habe ich mich mit ein paar Umstehenden unterhalten (man soll ja immer das beste aus seiner Situation machen) und nach einer Weile kam die Theorie auf, dass es sich um „Hanami“-Touristen handele. All diese Leute waren also wegen der japanischen Kirschblüten nach Osaka geeilt (dieses Wochenende versprachen die Pflänzlein in voller Blüte zu stehen). Ich mag Kirschblüten auch sehr gerne – muss aber nicht extra dafür nach Japan einreisen. Mir persönlich hat es die Pflaumenblüte (Kanbai) viel mehr angetan. Darüber habe ich mit den Umstehenden übrigens auch gesprochen. Überhaupt hatten wir während der ZWEI Stundenwartezeit viel zu bereden.

Irgendwann bin ich doch noch an die Reihe gekommen, habe meinen Aufkleber bekommen und bin endlich zu meinem Koffer gekommen.

Danach nur noch das Telefon aufladen, meine Bekannte anrufen, die mir für die Nacht einen Schlafplatz angeboten hat und los ging’s um sie zu treffen. Das war’s eigentlich schon von meiner Ankunft in Japan.

Mehr beim nächsten Mal!

Rumi

P.s.: Am nächsten morgen musste ich von Osaka noch nach Imabari – das war mit dem Zug. Trotz großem, etwas sperrigen Gepäck ging alles ganz entspannt von statten 🙂 Abgeholt wurde ich von zwei Australischen Freunden. Wohnen tue ich aber erstmal woanders.

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Die Qual der Wahl – etwas über Wahlen in Japan

Holde Leserschaft,

da glaubt man seine erste Woche mit Jetlag und Erklätung in Frieden verbringen zu können, wird dann aber eines besseren belehrt. Japan ist mir in gewissen Bereichen schon immer etwas lärmender als Deutschland erschienen, diese Woche wurde ich aber an etwas erinnert, was ich vorher verdrängt hatte.

Aber erstmal zu der Frage, warum Japan für mich „laut“ ist – nun beim Einkaufen wird man sehr oft vollgedudelt. Ständig schwirrt irgendeine Melodie durch die Luft. Fährt man mit dem Zug oder Bus wird man sehr häufig eine Stimme hören, die sagt das man doch bitte sitzen bleiben möge weil es gefährlich ist oder das der Zug in wenigen Momenten losfahren wird. Im Bus wurde ich auch schon mit Werbung (vom Band) zugedröhnt.

Hier auf dem Lande ist das alles etwas entspannter und milder, jedoch kommt auch hier eine Zeit, bei der es auf einmal auf den Straßen laut zugeht. Das sind die Wahlen. Während unsere Politiker sich mit Fernsehdebatten und Fußgängerzonen begnügen, fahren Wahlkandidaten in Japan mit einem Kleinbus durch die Gegend und rufen via Lautsprecher ihren Namen, einen kleinen Slogan und ein wiederholtes „Bitte seien sie mir gewogen“ aus. Das nervt! Besonders wenn man durch die Innenstadt geht wird man Opfer dieser Wahlkampfaktionen, aber auch gerne mal 6 Uhr früh, im hintersten Winkel der Stadt, wo man meinen möchte, hier verirrt sich keiner hin.

Leider bleibt mir zur Zeit nichts als mit den Augen zu rollen und etwas zu grummeln, wenn wieder mal eine Stimme aus dem Auto schallt. Es wird ja hoffentlich bald vorbei sein.

In Hoffnung auf baldige Stille,

Rumi

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Brot ist nicht gleich Brot

Eine Woche ist um – mein Jetlag ist vorüber, die Wahlen leider noch nicht. Heute ist ja offiziell mein „Huch-ich-werde-älter-Tag“ und da hat mich die Kuchenlaune gepackt. Ich wohne ja zur Zeit bei der Chefin meiner Mutter (mein zukünftiger Wohnraum wird gerade renoviert :D) und die backt unheimlich gerne – da haben wir uns zusammengetan und einen schweizer Schokoladenkuchen gemacht (sehr international wie ich finde). Während dessen haben wir ein wenig über Brot philosophiert.

Japanischen Brot wird von den meisten Europäern als zu weich empfunden (ich gehöre da übrigens auch dazu). Es ist nicht so, dass es nicht schmeckt, aber als Krustenliebhaber kommt man aber eindeutig zu kurz! Japaner hingegen lieben eher weicheres Brot.

Schwarzbrot sucht man vergebens.

Alles in allem macht das aber nichts, da es hier eh nichts gibt was man auf eine Scheibe Brot legen könnte – also außer Schmelzkäse, Schinken und Marmelade. Verschiedene Wurst oder Käsesorten kosten (wenn es sie dann doch mal gibt) recht viel.

Günstiger und schmackhafter ist es da auf Japanischen Reis zurück zu greifen. Ich finde ja, der Reis hier ist wirklich gut und alles was es dazu gibt auch – ob Fisch, Fleisch oder Gemüse. Da hat man mehr Auswahl und schont den Geldbeutel etwas.

Obwohl ich genau weis, dass ich in Zukunft ab und zu vom einem schönen Graubrot mit Kruste träumen werde….

Alles liebe,

Rumi

Nachtrag: Wer sich fragt, ob ich immer noch Gebrüll ausgetzt bin, die Wahlen waren am Sonntag. Ich habe also wieder herrliche Ruhe 🙂

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