Farvel Danmark!

Es wieder einmal Zeit für den Abschlussbeitrag – denn leider geht ja jede Reise einmal zu Ende.

Leider war es mir besonders im letzten halben Jahr nicht möglich einen monatlichen Beitrag zu verfassen. Zum einen hatte ich viel zu tun – zum anderen gibt’s gar nicht so viel zu erzählen.

Blicken wir noch einmal kurz auf das halbe Jahr zurück:

März

War ich mit meinem Vater für eine Woche in Kopenhagen. Unser Hotel lag in der Nähe von Nyhavn (der neue Hafen), eine sehr schmucke Hafenzeile in Dänemark. Meine Erinnerungen sagen mir, dass wir unheimlich viel gelaufen sind. Also eigentlich nur. Ist ja alles recht gut zu Fuß erreichbar.

Aber wohin sind wir gelaufen? Unter anderem waren wir in Christiansburg, wo u.a. das Parlament sitzt. Politiker haben wir keine gesehen, dafür eine Menge Museen. Das wohl interessanteste war das jüdische Museum, welches von Liebkind entworfen wurde. Man fühlt sich schon ein wenig betrunken, wenn man durch die schiefen Gänge geht. Noch mehr Ausstellungen gab es im Nationalmuseum – dänische Vorgeschichte bis in die Gegenwart. Nach 4 Stunden war unser Gehirn dann nicht mehr in der Lage wissen aufzunehmen und wir musste noch ein wenig mehr durch die Stadt laufen. Einfach nur Laufen ohne zu gucken kann man am besten auf dem „Ströget“, zu Deutsch „der Strich“. Das ist definitiv die längste Fußgängerzone Dänemarks und ich glaube mich zu erinnern, dass es sogar die längste Europas ist.

Ist man den Laufens müde, empfiehlt sich eine Hafenrundfahrt. Neben der kühlen Brise, weht einem auch noch etwas Wissen um die Ohren.

Ansonsten waren wir noch bei Amalienburg, Sitz der Königin, und haben den Wachwechsel beobachtet. Für mein Empfinden hätte man das ganze auch etwas effektiver (und schneller) gestalten können. Dann wäre aber das ganze Zeremoniell weggefallen, naja….

Am Rosenburg Schloss waren wir auch noch – rein sind wir dann aber doch nicht gegangen sondern einfach zum Botanischen Garten gegangen. Trotz winterlicher Kälte, gab es im Glashaus viele Pflanzen zu bewundern. Für alle Brillenträger aber erst, nachdem die Gläser wieder entnebelt wurden. In einem Raume für Schmetterlinge haben wir etwas gegessen und die Pflanzen (ohne Schmetterlinge) bewundert.

Damit haben wir auch Kopenhagen im Groben abgedeckt – wir hätten auch noch viel mehr sehen können – aber irgendwann tun einem ja auch mal die Füße weh.

April

Ich habe einen dänischen Geburtstag gefeiert. Genau genommen meinen. Bei dänischer Lagekage (Schichtenkuchen) und Saft haben wir es mit den Kindern krachen lassen! Neben ein paar Geburtstagsliedern wurde mein Alter auch mit Hurra-Rufen bekannt gegeben. Geschmückt war alles mit dänischen Flaggen. Das ist so ein Phänomen, das mich immer wieder verwundert. Bei einer Großen Feier (Geburstage, Hochzeiten, Goldene Hochzeiten, Konfirmation etc) wird sehr gerne alles beflaggt. Fährt man in Dänemark an einer Hecke vorbei, die mehr rot-weiß als grün aufweist, kann man sich ziemlich sicher sein, dass da gerade gefeiert wird.

Gleich nach meinem Arbeitstags gings in den Norden Dänemark, in das schöne Städtchen Aalborg. Dort habe ich zwei spanische Freiwillige besucht, von denen ich auch prompt nochmal mit Geburtstagskuchen (diesmal ein typisch spanischer) beglückt wurde.

Einen Tag haben wir uns die Stadt angesehen. Besonders in Erinnerung blieb mir da das unterirdische Museum zu ein paar Klosterruinen. Der Eingang war ein Fahrstuhl, für den man ein paar Kronen bezahlt hat und dann konnte ein paar Personen mitfahren. Das ganze ging nach Gewicht – gut das wir alles so leicht waren.

Am nächsten Tag ging es dann nach Skagen und damit dem nördlichsten Punkt von Dänemark. Auf unserem windigem Wege am Strand und Meer entlang wurden wir recht durch geblasen. Aber wir haben doch unser Ziel erreicht. Am nördlichsten Zipfel konnten wir beobachten wie die Nord- und Ostsee aufeinander prallen. Schon spannend – wenn auch kalt.

Mai

öhm…..

Eine gute Freundin aus Deutschland war zu Besuch. Zusammen habe wir Fünen unsicher gemacht.

Dänischprüfung: Ich hatte meine schriftliche Dänischprüfung – die ich auch recht gut bestanden habe.

Juni

Dänischprüfung: Ich hatte meine mündliche Prüfung, die ich sehr gut bestanden habe.

Etwas später hatte ich dann auch die Translokation – eine Abschlussfeier für unseren Kurs. Ich kann zu Frieden sein.

Skt. Hans in Deutschland auch bekannt unter Skt Johannes. In Dänemark trifft man sich an diesem Tag – mit Freunden. Wir hatten an diesem Tag in Husmandsstedet auch Programm und eingeladen zum fröhlichen Zusammensein. Neben der Möglichkeit zu grillen, hatten wir eine Salatbar und ein paar Gemüsesachen zur Verfügung gestellt.

Zur Unterhaltung hatten wir eine Country-Band, deren Namen ich leider vergessen habe. Aber gut waren sie.

Gegen Abend haben wir dann den Scheiterhaufen entzündet. Auf diesem saß auch, wie sollte es anders sein, eine Hexe. Diese hatte ich mich meiner Kollegin die Woche vorher gebaut. Aus Holz und Stoff – mit Besen und Papp-Katze sollte sich Walpurga nun auf die Reise zum Blocksberg begeben. Etwas barbarisch ist dieser Brauch ja schon – ähnich wie der Faschingsbrauch mit der Katze aus der Tonne schlagen – aber die liebe Tradition soll gewahrt bleiben.

Zum großen Abschied ging es dann Ende Juni. Wir hatten unsere Feier, bei denen wir nochmal ein Danke an alle richten konnten. Natürlich mit viel Geflenne, aber ein bisschen gehört das schon dazu. Meine offizielle Zeit war damit leider abgelaufen.

Juli

Die erste Woche hatte ich noch eine inoffizielle Arbeitswoche, bei denen wir einen kleinen Sommerferienkursus mit 10 Kindern hatten. Thema war ein eigenes Fanatasietier zu erschaffen und aus Ton zu modelieren. Wir hatten richtig tolle Sachen dabei – unter anderem gab es neben dem Schücken noch einen Wooooop, einen kleinen Dicksack oder einen Nolsnorm zu bewundern. 13 kleine Tierchen haben insgesamt das Licht der Welt erblickt.

Damit war dann auch diese Woche vorbei und die letzte Woche, die ich alleine Dänemark war, nutzte ich um meinen Bekannten und Freunden Lebewohl zu sagen. Ein wenig deprimiert war ich schon – aber die Vorfreude nach Hause zu kommen war auch da.

In der letzten Woche wurde ich dann von einer anderen guten Freundin und ihrem Männel besucht. Endlich hatte ich die Möglichkeit mir das Wikingermuseum in Ribe anzusehen. Dann waren wir noch in Hjerl Hede (ein Freilichtmuseum in Nordjütland) und auch in Kopenhagen und in Egeskov (auf Fünen). Ein gelungener Abschluss für meinen europäischen Freiwilligen Dienst.

Farvel Danmark og tak för allt! (Lebewohl Dänemark und danke für alles)

Auch wieder ein Danke an alle fleißigen Leser und Leserinnen – fürs Durchhalten und beitragsleere Zeit ertragen. Die nächste Reise kommt bestimmt und damit sicher auch wenigstens ein paar Zeilen für dieses kleine Internettagebuch.

Es dankt,

Rumi-Orange

Advertisements

Eindeutig zu kurzer Februar

Olla,

der überfällige Februar-Eintrag. Auch wieder leicht versptätet, aber irgendwie ist mir entfallen, dass dieser Monat nur 28 Tage hat.

Was gibt es also zu berichten?  Nun wie schon im Eintrag vorher beschrieben war Fasching (zu Dänisch Fastelavn) und Valentinstag.

Fastelavn ist mehr ein Fest für Kinder. Diese verkleiden sich und in den Schulen und anderen Freitzeiteinrichtungen wird dann das Fastelavnsfest abgehalten. Neben Kostümwettbewerben und speziellen Fastelavnsgebäck gibt es den schönen Brauch des „die Katze aus der Tonne schlagen“. Klingt brutal? Ist es auch irgendwie.

Eine Tonne wird auf Schlaghöhe aufgehangen. Es wird sich in einer Reihe aufgestellt und jeder darf, wenn er drann ist, einen Schlag ausführen. Wer den Boden rausschlägt wird Katzenkönig/in und wer das letzte Brett runterschlägt wird Katzenprinz/essin. Inzwischen ist übrigens keine Katze mehr in der Tonne, sondern Süßigkeiten. Besser für die Katze und auch die Kinder 😛

Zu Fastelavn ziehen die Kinder auch um die Häuser und singen. Dafür bekommen sie dann ein wenig Geld oder Süßigkeiten zu gesteckt. Ist also ähnlich des amerikanischen Halloween.

Soviel zum dänischen Fasching!

Auf zum Valentinstag. Der ist in Dänemark nun wirklich gar nicht populär, aber wir hatten ihn trotzdem an meinem Arbeitsplatz. Wir haben das aber nicht als Tag der Liebe interpretiert sondern als Tag um seinen Freunden ein kleines Danke zu schicken oder aber zu sagen wie toll die Person doch ist. Dafür hatten wir eine Schnur aufgespannt an der die Kinder einen Briefumschlag anbringen konnten. In diesem konnten dann die Woche über kleine Nachrichten gepackt werden.

IMG_0643

Ich habe es mir auch nicht nehmen lassen noch etwas Deko anzufertigen. Seht meinen kitschen, beweglichen Amor!

IMG_0642

Zum Schnabulieren gab es dann Kuchen in Herzform. Auch die Minipizza und das Tost welchen wir anbieten wurde herzförmig ausgestochen.

IMG_0640

Zum Schluß durften die Kinder dann ihre Briefe einsammeln und den Inhalt lesen.

IMG_0653

Alles in allem ein schöner Tag. Wenn auch etwas anstrengend 😀

Das war dann auch schon mein Februar.

Jetzt bereite ich mich auf den März vor. Am 7. März werde ich meinen Internationalen Tag abhalten, bei dem es um Deutschland gehen wird. Just in diesem Moment ist ein Quarkkuchen-Experiment im Ofen. Die Kinder sollen ja während den ganzen Quizzen nicht verhungern.

Einen Italienischen Tag werden wir auch haben. Dann steht Ostern an – Ostereiersuche, Eier anmalen, Deko basteln und der ganze Kram. Achja, Kopenhagen – in den Osterferien wird die Hauptstadt Dänemarks von mir und meinem Vater unsicher gemacht 😛

Ein neuer Eintrag wird kommen…irgendwann.

Liebste Grüße

Rumi

P.s.:

Der Schnee ist endlich weg – aber er wird wieder kommen. Ansonsten sieht man überall schon Frühjahrsblüher.

Irgendjemand geht im Dorf umher und klaut die Knopsen von den Hortensien – warum?

In Dänemark scheint man nichts davon zu halten einen ganzen Kasten mit Milchkartons zu holen. Ich muss jede Woche losrennen um neue Milch zu holen. Umständlich!

 

 

Verspäteter Januareintrag

Hallo meine Lieben,

damit kommt jetzt (zu spät) der Januareintrag vom Blog. Keine Sorge Mitte/Ende Februar schreib ich dann nochmal was 😀 Viel zu erzählen gibt es eigentlich nicht.

Es schneit uns schmilzt ständig, aber das wird in Deutschland wohl genauso sein.

Großes Thema zur Zeit ist Fastelavn – die dänische Variante des Faschings. Ich hatte dieses Wochenende mein Winterlager und da haben wir ein paar Traditionelle Sachen gemacht.

Erstmal sind natürlich alle verkleidet aufgetaucht (mein Kostüm kommt am Ende des Beitrages). Dann gibts viel zu Essen und zu Trinken (also ähnlich Fashing). Eine besondere Speiße ist das Fastelavns-Bolle. Das ist ein Brötchen mit Cremefüllung und Schokolade oben auf. Wenn die frisch gebacken sind, schmecken die richtig gut 😀

Das spannendse am Abend war das „Katze aus der Tonne schlagen“. Ein alter Brauch, bei der man auf ein Faß, welchen an einem Seil hängt eindrischt. Früher war da tatsächlich mal eine Katze drinn (die den Teufel und das Böse symbolisiert hat) heute ist die Tonne voll mit Süßigkeiten. Der erste den dem Faß den Boden ausschlägt wird der Katzenkönig und der den Deckel raushaut wird Katzenkönigin. Dabei ist das Geschlecht der jeweiligen Teilnehmer pups egal. Besonders witzig fand ich den Moment als der Boden raus geschlagen wurde und alle Süßigkeiten auf den Boden geregnet sind. Die haben sich alle wie die Bekloppten darauf gestürzt. Ich habe das ganze etwas ruhige angehen lassen….ging auch mit meinem Kostüm nicht anders. Am Ende haben wir dann noch alle gessesen, getanzt und es wurde viel getrunken (keine Sorge, ich nicht).

Morgen gehts für mich nach Kopenhagen. Dort haben ich mein Midterm-Training. Wir werden uns also über unseren bisherigen Aufenthalt unterhalten und ein Fazit ziehen – oder so. Ich freu mich auf alle Fälle darauf meine Mit-EVSer zu sehen. Besonders meine Spanier 😉

Damit wünsche ich allen eine schöne Faschingszeit!

Vi ses~

Rumiorange

 

Ich als Lego-Figur (also damit dänisches Kulturgut)

Legoman!

Leise rieselt der Schnee

Hej,

liebe Leser und Leserinnen. Es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update.

Im letzten Blog habe ich ja zwei größere Dinge genannt die im November noch auf mich zukommen. Einmal eine Vogeljagd und dann der Weihnachtsmarkt bei uns auf Arbeit.

Bevor wir dazu kommen: Am Freitag gabs bei uns den ersten Schnee!

IMG_0621

 

Die Entenjagd war interessant. Es war schweinekalt, schlechtes Licht (für uns Fotografen) und wir (also wieder die Fotografen) haben immer auf dem Boden gesessen, um Schußverletzungen zu vermeiden.

IMG_0364

Bei der Jagd gibt es zwei Gruppen – einmal die Schützen und die Hundeleute. Die Hundeleute rennen durchs Jagdgebiet und scheuchen die Vögel auf. Die Schützen werden vom Jagdleiter über eine längere Strecke verteilt aufgestellt, möglichsts so, dass niemand erschossen werden kann. Beim Schießen muss auch immer ein bestimmter Winkel mit dem Gewehr beachtet werden, damit auch wirklich nichts passiert.

Hier ein Foto von der Jagdbeute. Insgesammt 150 Vögel – Snapper, Fasane und Enten.

IMG_1191

Fürs Schießen bezahlen die Schützen pro Vogel 300 Kronen. Pro Vogel haben sie 3 Schußversuche, wenn sie ihn dann nicht getroffen haben, müssen sie trotzdem die 300 Kronen bezahlen. Wer den Vogel mit nach Hause nehmen möchte, der bezahlt nochmal 15 Kronen. Etwas zu teures Hobby für mich 😛 und auch nichts was mir wirklich Spaß machen würde. Dennoch eine spannende Erfahrung.

Die zweite Große Sache war der Weihnachtsmarkt in Husmandsstedet. In unserer großen Halle, gab es mehrere Stände und im Cafe haben wir Suppe und Aebleskiver (Teigbällchen mit Marmelade und Puderzucker) angeboten. Leider waren nicht wirklich viele Leute da. Somit hatten wir nicht so viel zu tun – ich habe die Zeit genutzt um zu lernen wir man Weihnachtssterne faltet. Auf dem Markt habe ich ein paar Wollsocken für mich erstanden 😀 handgestrickt versteht sich. Mehr gibt es aber dann zum Weihnachtsmarkt auch nicht mehr zu sagen.

Am Samstag wurde in Bakkely , der Ort wo ich wohne, eine Weihnachtswerkstadt veranstaltet. Ungefähr zwanzig Leute sind vorbei gekommen und haben Weihnachtsdekoration gebastelt. Ich habe nicht mitgebastelt. Strategisch habe ich mich in der Küche platziert wo heimgemachte Aebleskiver produziert wurden. Jetzt habe ich nicht nur das Rezept, sondern bin auch in der Lage mit einer dazupassenden Pfanne umzugehen. Liebe Familie, freuet euch auf Weihnachten und besorgt schonmal den Puderzucker.

Und damit ist der Blogeintrag auch schon beendet.

Liebe Grüße aus Dänemark,

Rumi

Noch ein Nachtrag zum Schnee: Heute (Sonntag) gab es dann den ersten wirklichen Schnee!

IMG_0623

Der November bringt…

viel Neues und Regen

und auch Fotos für den letzten Beitrag.

Aber zu Beginn einen kurzen Rückblick auf den Oktober. Ende Oktober hatten wir bei mir im Projekt eine Halloweenparty für die Kinder und Eltern. Es waren wohl um die 200 Leute da. Ich habe davon nicht soviel mitbekommen, da ich Kinder angemalt habe. Letzter Schrei war die „Hexe“ mit einem weißen Gesicht, lila Lippen und Augenlidern, sowie einer Spinne auf der Wange. Außerdem wollten alle Vampirzähne haben. Bei den Jungs waren die Totenschädel beliebter. Ebenfalls die falschen Wunden – das war spannend für mich 😀 Mit Kunstblut rummatschen hat was für sich. Um meiner sonst eher abgeneigten Haltung gegen Halloween zu entgehen, habe ich mich in mein japanisches Geisterkostüm geworfen. Hab ich mich gleich viel wohler gefühlt.

Neben Kindern anmalen, hatten wir einen Kuchen- und Kürbiswettbewerb, einen Gruselraum mit Fühlkästen (mit ekligem Zeug drinn), eine Disko die mit Geistern und Skeletten geschmückt war, Draculablutsuppe und Kürbissuppe (den spannenden Namen hatte ich leider vergessen). Alles in allem also ein sehr netter Abend.

Wichtigere Sachen, haben sich aber nicht wirklich ereignet. Der November hat sich bis jetzt als viel turbulenter herausgestellt. Zum einen gehe ich endlich in die Sprachschule (Montag und Mittwoch von 8 Uhr bis 12:30 Uhr). Ich besuche die „Laer Dansk“ Schule in Odense, unweit vom Bahnhof. In der Schule selber gibt es 3 Grundeinteilungen – 1. Leute die Analphabeten sind bzw das Dänische Alphabet noch lernen müssen, 2. Leute die die Grundschulbildung abgeschlossen haben, 3. Leute die schon mehrere Sprachen können bzw an der Uni waren.

Ich wurde in die dritte Gruppe gesteckt. In den Gruppen selber gibt es dann nochmal unterschiedliche Module. Ich bin jetzt im 3.3 Modul. Damit liege ich zwischen Anfänger-Level und Mittelstufe. An sich komme ich gut im Kurs mit, merke aber, dass mir grammatische Grundlagen fehlen. Das macht es manchmal doch etwas schwerer. Außerdem war ich etwas von der Hausaufgabenflut überrascht. Von Montag zu Mittwoch hatte ich 6 Aufgaben zu erledigen. Darunter Hörübungen, Lückentexte und Texte schreiben. Das klingt also nicht viel, nimmt aber doch mehr Zeit anspruch als man denkt.
Trotzdem bin ich aber froh endlich zu Schule zu gehen – mein Dänisch an sich ist übrigens dank der Kinder schon etwas besser geworden. Vor mir liegt aber noch ein langer Weg.

Die Schule allein, macht den November aber nicht turbulent. Zwei weitere tolle Sachen sind passiert. In der Sprachschule habe ich zwei Japanerinnen getroffen. Auf dem Flur habe ich beide auf Japanisch reden gehört. Da hat es mich gepackt und ich hab sie angesprochen 😀 Mein Japanometer ist jetzt erstmal wieder aufgeladen! Ich bin sehr glücklich~

Die andere tolle Sache: Ich gehe jetzt jeden (oder fast jeden) Freitag zum AIOdense. Das ist ein Club für japanische Kultur und Popkultur. Es dreht sich alles um Japan. Schwerpunkt sind Anime und Manga, es werden aber auch regelmäßig Neuigkeiten über Japan diskutiert bzw gibt es Vorträge über andere kulturelle Dinge in Japan. Ich habe mich angeboten ab nächstes Jahr auch einen oder zwei Vorträge zu halten. Dieses Jahr aber noch nicht. Zum einen habe ich keine Zeit zum anderen ist mein Dänisch noch nicht ausgereift genug. Und wenn ich schon einen Vortrag halten muss, will ich das er „bang“ macht. Um es mal mit diesem Wort auszudrücken. Ein wichtiges Mittel dazu ist nunmal die Sprache.

Was steht alles an um den November noch Turbulenter zu gestalten?

Am 17. November gehe ich mit auf eine Vogeljagd. Mal schaun wie es wird, aber da ich hier die Möglichkeit habe, wollte ich sowas einfach mal mitmachen. Ich werde aber nur im Hintergrund stehen und nicht auf wehrloses Geflügel schießen.

Ende November wird bei uns im Husmandsstedet ein Weihnachtsmarkt stattfinden – dafür müssen wir uns auch noch vorbereiten. Mal schaun welche Ideen die Kinder haben. Ich freue mich auf die Möglichkeit Aebbleskiver zu essen (so ne Art Kräppelchen).

Das sind wohl die zwei wichtigesten Dinge. Ansonsten gehe ich regelmäßig zum AIO-Club, Strikkecafe und Yoga. Ich hoffe, dass ich demnächst auch einen Chorfinde der zu mir passt (oder zu dem ich passe)

Herbstliche Grüße von der Insel Fyn

Rumi

Ankunftsseminar und Ferien

Hallo liebe Leser,
im folgenden Blogeintrag werde ich kurz über mein Ankunftsseminar berichten und danach auf meine Ferienwoche eingehen.

Vorher wollte ich jedoch kurz an etwas erinnern: ich werde mindestens einmal im Monat einen Eintrag verfassen. Alles was mehr ist, ist Bonus. Ich bin ja hauptsächlich hier um Dinge zu erleben und nicht um ständig darüber zu schreiben 😉  Ich hoffe die ungeduldigere Leserschaft *zur Familie schiel* kann das akzeptieren.

Nun denn, auf zum spannenden Thema des Ankunftsseminars. Das hatte ich in der ersten Oktoberwoche in einem kleinen Örtchen names Ollerup, welches auch hier auf der Insel Fyn liegt. Wir waren in der ältesten Hojskole Dänemarks untergebracht, der Ollerup Gymnastik Hojskole. „Wir“ waren 14 Freiwillige aus Europa: Deutschland, Spaninen, Ungarn, Frankreich, Slowakei, Italien. Außerdem noch unsere zwei Seminarleiter – die beide Dänen waren.

Neben einem kleinen Ausflug nach Odense ins Hans-Christian-Andersen Museum, haben wir viel über Dänemark, Kultur, Kulturschock, persönliches Lernen und über die Rolle/Rechte/Pflichten von uns Freiwilligen gesprochen. Ich habe ein paar gute Dinge für mich mitgenommen. Und es war auch (wider erwarten) schön die anderen alle kennen zu lernen. Normaler Weise sind solche Seminare nicht meins, aber wir hatten sehr viel Spaß zusammen. Ich hoffe, dass ich in Zukunft die Chance haben werde ein paar der anderen zu Besuchen.

Mehr gibt es zum Seminar eigentlich nicht zu sagen. Spannender sind da schon eher meine ersten Ferien (13.10 – 21.10). Ich genieße gerade noch meinen letzten Tag, aber die restliche Woche waren mein Vater und meine Schwester zu Besuch.

Am Samstagnachmittag sind beide vor meiner Haustür angekommen und ich bin erstmal vom Kaffeetrinken bei Freunden (zur Verabschiedung von Josi) nach Hause gehetzt. Ich hatte die beiden etwas später erwartet, aber hat ja alles geklappt.
Dann wurde mir erstmal mein ganzes Zeug überreicht – Gitarre, Wintermantel und -schuhe, Kostüme, etc.  Und schwupps gings schon nach Nyborg in unser kleines Sommerhaus. An sich sehr schmuck – nur mit der Temperatur hatten wir am Anfang unsere Probleme – und die kleinen Heizkörper haben das Haus auch nicht so richtig warm bekommen. Wir konnten uns aber gut arrangieren. Am Abend unserer Ankunft sind wir nur ein wenig am Strand entlang gegangen und haben geschaut was wir für den nächsten Tag machen wollen.

Wir sind nach Egeskov – einem Schloss oder auch Wasserburg in der Nähe von Kvaenderup. Egeskov heißt übersetzt soviel wie „Eichenwald“ – der Name enstandt durch die Bauweise des Schlosses, welches als Fundament im Wasser viele Eichenstämme hat. Es sollen wohl soviele sein, dass ein ganzer Wald dafür herhalten musste.

Neben dem Schloss gibt die gigantischen Gartenanlagen und mehrere Museen zu besichtigen. Für Abenteuerlustige gibt es 3 Labyrinthe und eine Hängebrücke in 15 m Höhe. Bei unserem Besuch war alles für Halloween geschmückt – überall hingen Gespenster, Skelette und andere Ungetüme. Die Tage davor, hat das Schloss auch bis Mitternacht geöffnet und man konnte alles im Dunkeln (inklusive Gespenster) erkunden.

  Spielzeugaustellung auf dem Dachboden

Das Holzmännchen auf dem Dachboden. Darf nicht bewegt werden, da sonst das Schloß zur Weihnachtsnacht einstürzt.

(links: Der Schloßherr hatte eine große Leidenschaft für die Jagd; rechts: merkwürdige Dekorationen)

Persönlich fand ich die Ausstellung über historische Kleidung (die ruhig noch etwas umfangreicher hätte sein können) sowie „Titanias Palast“ am besten. Bei „Titanias Palast“ handelt es sich um ein gigantischen Puppenhaus, welches von 1907 bis 1922 Neville Wilkinson für seine Tochter in Auftrag gegeben wurde. Diese hatte im Garten eine Fee gesehen, welche in ein Erdloch rannte. Da ihr die Feen, welche in der Erde leben musste leid taten, bat sie nun ihren Vater eine entsprechende Behausung zu bauen.
Enstanden ist ein Haus mit 18 Räumen (und einem gigantischem Innenhof/garten) eigenrichtet mit handgeschnitzen Mahagoni-Möbeln. Desweiteren befinden sich über 3000 Kunstwerke aus aller Welt in diesem Haus, unter anderem eine spielbare Orgel.

Leider wurde meine Bestellung eines vergleichbaren Hauses von väterliche Seite abgelehnt – zu schade aber auch. 😉

Montag waren wir in Odense – erst in einem großen Einkaufscenter, da ich unbedingt Gummistiefel brauchte! Nachdem diese Aufgabe erfolgreich abgeschlossen wurde sind wir in die Innenstadt von Odense und dort ins Hans-Christian-Anderesen Museum. Für mich der zweite Besuch, habe ich versucht mich an den ersten mit der Führung zu erinnern und das bisschen was noch vorhanden war an meine Familie weiterzuleiten. Nach Beendigung des Besuches sind wir noch ein bisschen durch die Innenstadt geschlendert.

Dienstag waren wir in Kerteminde, im Meerescenter Fjord & Baelt. Dort gibt es Robben und Schweinswale zu bestaunen und eine große Ausstellung über die Ost- und Nordsee und enstprechende Bewohner. Für uns überraschen waren die „Rührbecken“ oder besser „Streichelbecken“. In diesen konnten die Kinder nach Herzenslust herumplatschen und Seesterne, Muscheln und Krabben aus dem Wasser fischen. Ich habe dort auch noch Muri getroffen, ebenfalls eine europäische Freiwillige aus Frankreich.

(Schweinswal-Training)

Mit neuem Wissen über Meer und Fisch bewaffnet sind wir dann weiter nach Norden gefahren. Das Ziel war der „Kopf von Fyn“. Dabei handelt es sich um den nördlichsten Punkt von Fyn, eine kleine Halbinsel um die wir herumspaziert sind. Ich hatte auch Gelegenheit meine Gummistiefel etwas zu testen.

Fyns Kopf – Schafe, Kühe und ne tolle Aussicht.

Die schicksten Gummistiefel der Welt – inklusive Blog-Autorin

Mittwoch sind wir erst mit dem Auto nach Svendborg – von da aus sollte es mit der Fähre zur Insel Ærø gehen. Wir hatten aber noch etwas Zeit und haben uns die Innenstadt von Svendborg angesehen, eine Beschäftigung für die Überfahrt sowie ein wenig Verpflegung besorgt. Als es soweit war, sind wir auf die Fähre und für die nächsten 75 Minuten konnten wir entspannen und nichts tun. Ich habe mit meiner Schwester Schiffe versenken (sollte man sowas während einer Schifffahrt wirklich spielen) und MauMau gespielt.

Auf Ærø in der kleinen Stadt Ærøskøbing angekommen, haben wir (oder besser meine Schwester) erstmal das Touristenbüro heimgesucht. Dort wurde uns geraten mit dem kostenlosen Bus nach Marstal zu fahren. Wir hatten nämlich gut drei Stunden Zeit auf der Insel. Und Ærøskøbing hätte dafür nicht wirklich ausgereicht. So sind wir also nach Marstal und dort durch entlang geschländert. Danach ging es wieder zurück nach Ærøskøbing, welches ebenfalls viele reizende kleine Häuschen hat.
Mehr ist an diesem Tag eigentlich nicht passiert. Aber es war trotzdem schön (auch Wettertechnisch wars in Ordnung).

Donnerstag sind wir, teilweise aus Ratlosigkeit, in den Odense Zoo gegangen. Als Leipziger sind wir natürlich etwas von unserem Zoo verwöhnt, der Odense Zoo war aber gar nicht so schlecht. Für ein paar Tiere hätten die Gehege ruhig größer sein können, aber einige Gehege waren wirklich geräumig und gut gestaltet.

Ich hatte für die Woche einen weiteren persönlichen Höhepunkt: Ich habe Seekühe gesehen. Das ist für die meisten jetzt nicht so spannend. Kann ich auch niemanden verdenken, da Seekühe eigentlich nur dahingehenden spektakulär sind, alles so langsam wie möglich zu machen. Es passiert also nicht soviel beim Beobachten dieser Tiere. Da diese merkwürdigen Kreaturen jedoch zu meinen Lieblingstieren gehören, hab ich mich gefreut und war faziniert!

Der große graue Fleck – ist eine Seekuh.

Am Abend sind wir nach Nyborg. Dort haben wir zusammen im Central Cafeen gegessen. Dort haben wir uns auf traditionelles Dänisches Essen gestürzt (knuspriger Schweinebauch in Petersilliensoße und dänisches Beef mit Zwiebeln). Und wir waren hinterher wirklich sehr, sehr satt. Wir sind also in unser Häuschen gerollt, haben ein paar Sachen vorbereitet und sind dann ins Bett.

Freitagmorgen war Chaosbeseitigung angesagt und dann wurde ich in meinen Dorf abgesetzt. Vor der Weiterfahrt von meiner Schwester und meinem Vater habe ich noch kurz meine Arbeitsstelle (leider nur von Außen) und auch meine Unterkunft + persönliche Werkstadt gezeigt. Damit ist die Ferienwoche auch schon vorbei. Gestern und heute habe ich mit aufräumen, Briefe schreiben und ein wenig spinnen, stricken und nadelbinden zugebracht.

Morgen gehts dann wieder auf Arbeit – diesmal lange, da am Abend auch Juniorklub ist…..juhu!   😀
Soweit also von mir.

Rumi

Happy Halloween

Kurze Meldung

Ich lebe immer noch!

Diese Woche war nicht ganz so voll mit Terminen und irgendwelchen Veranstaltungen.

Abends habe ich meist mit Carola (Mitbewohnerin) zusammengesessen und wir haben ein bisschen über Berlin gesprochen. Zwei meiner meiner 3 Mitbewohner sind nämlich für dieses Wochenende zu einer kleinen Berlin-Reise aufgebrochen. Da wurde ich ein paar Dinge gefragt.

Ansonsten war ich Freitag auf dem Bürgeramt und habe meine CPR-Nummer beantragt. Diese sollte bald eintreffen. Dann bin ich offizielle Bewohnerin Dänemarks!

Soweit von meiner Seite.

Ich genieße heute die Sonnenstunden – wobei schon wieder dicke Wolken aufziehen.

Gehabt euch wohl,

Rumi